Fünf Prozent als "letzte" Dividende

Vertreterversammlung nimmt Abschied von ihrer "alten Bank" und bricht auf zu neuen Ufern

VV2017

Vorstand Oliver Broghammer (links), Vorstandssprecher Martin Heinzmann (rechts) und Aufsichtsratsvorsitzender Karl-Otto Bonath (hinten) verabschiedeten Xaver Halter aus dem Aufsichtsrat und überreichten seiner Frau Margareta Halter Blumen.

Bericht: Offenburger Tageblatt

 

Hausach - April 2017

Ein Hauch von Wehmut lag in der Luft: Am Mittwoch trafen sich die Vertreter der Volksbank Kinzigtal zur letzten Versammlung ihrer »alten Bank«. Sie schanzten den gut 19 000 Mitgliedern noch eine fünfprozentige Dividende zu.

Die Bürgermeister des Verbreitungsgebiets, die künftigen Partner aus Triberg, die ehemaligen Vorstände Hans Paffendorf, Wilhelm Schmider und Werner Schmitt – sie alle hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Otto Bonath am Mittwochabend auf seiner Begrüßungsliste. Sie nahmen mit den Vertretern der mehr als 19 000 Mitglieder bei der letzten Vertreterversammlung der Volksbank Kinzigtal Abschied von ihrer »alten Bank«, um zu neuen Ufern aufzubrechen – zur neuen Volksbank Mittlerer Schwarzwald. Dass dieser Weg der richtige sei, »davon sind wir mit Herz und Verstand überzeugt«, betonte Martin Heinzmann.

Und das hat der Vorstand beider Banken so auch vermitteln können. Die Fusion der Volksbanken Kinzigtal und Triberg zur Volksbank Mittlerer Schwarzwald sei nämlich unter allen Volksbank-Fusionen in diesem Jahr die einzige mit zweimal 100 Prozent Zustimmung gewesen, so Heizmann. 

Siebenstelliger Betrag als Sponsoring in die Region geflossen

Er blickte noch einmal zurück auf 28 Jahre Volksbank Kinzigtal (deren Vorgängerbanken immerhin bis ins Jahr 1874 zurückreichen). In diesen knapp drei Jahrzehnten wuchs die Bilanzsumme von 189,5 Millionen Euro auf 647 Millionen Euro und die Zahl der Mitarbeiter von 110 auf 160. Immerhin sei in dieser Zeit auch ein deutlich siebenstelliger Betrag als Sponsoring in die Region geflossen.

Man habe mit der Fusion die Lösungsansätze, um den Herausforderungen Niedrigzins, Regulatorik, Demografie und Digitalisierung zu begegnen. »So leicht sind wir Täler nicht unterzukriegen, und gemeinsam mit den Wäldern erst recht nicht«, stimmte auch Vorstand Oliver Broghammer in den optimistischen Ton mit ein. Er präsentierte noch einmal die Zahlen aus dem Geschäftsbericht (wir berichteten am 14. Februar). Und in der Fragerunde verteidigten beide auch erneut die Entscheidung, wegen des veränderten Kundenverhaltens vier Filialen in SB-Filialen umzuwidmen. 
Einstimmig votierten die Vertreter dafür, fünf Prozent – 350 924,53 Euro – als Dividenden auszuschütten. Und nach der Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die der Haslacher Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Michael Geiger eindrücklich empfahl, erfolgte die Bestätigung der zur Wahl stehenden Aufsichtsräte ebenso einstimmig.

Xaver Halter aus Steinach aus dem Aufsichtsrat verabschiedet

Karl-Otto Bonath aus Halbmeil, Erwin Esslinger-Wöhrle aus Alpirsbach und Stefen Trautwein aus Schiltach werden auch künftig im Aufsichtrat der fusionierten Bank sitzen. Verabschiedet wurde Xaver Halter aus Steinach, der knapp zwölf Jahre dem Aufsichtsrat angehörte und auf eine Wiederwahl verzichtete. 

Trotz aller Wehmut, die über dieser letzten Vertreterversammlung der Volksbank Kinzigtal lag – das delikate Büfett der Haslacher Firma »Aroma« im Anschluss an den offiziellen Teil erleichterte den Abschied und tröstete möglicherweise sogar die FC-Bayern-Fans über das Desaster im DFB-Halbfinale hinweg, das währenddessen über die Großleinwand auf der Stadthallenbühne flimmerte.